Linux mount und umount

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mount

mount fügt die Dateisysteme der verschiedenen Massenspeicher zu einem einzigen Verzeichnisbaum zusammen. Die Partitionen und Laufwerke sind als Gerätedateien unter /dev abgebildet; mount setzt das Dateisystem einer Partition auf ein leeres Verzeichnis, den Mountpunkt.

Die Liste der eingehängten Dateisysteme führt der Kernel unter /proc/mounts. /etc/mtab ist auf aktuellen Systemen nur noch ein Symlink darauf. Wird ein mount-Aufruf unvollständig angegeben, ergänzt das Kommando die fehlenden Angaben aus /etc/fstab.

Schema

mount [Optionen] Gerät Mountpunkt

Wichtige Optionen

Option Wirkung
-a alle in /etc/fstab mit auto markierten Dateisysteme einhängen
-t TYP Dateisystemtyp angeben (ext4, xfs, iso9660 …); meist automatisch erkannt
-o LISTE durch Kommata getrennte Liste von Mount-Optionen
-r nur lesend einhängen (wie -o ro)
-v ausführliche Ausgabe

Eine Partition einhängen

  • mount /dev/sdb1 /mnt

Mit ausdrücklichem Typ:

  • mount -t ext4 /dev/sdb1 /mnt

Eine CD/DVD nur lesend:

  • mount -t iso9660 -o ro /dev/sr0 /media/cdrom

Eingehängte Dateisysteme anzeigen

Ohne Argumente listet mount die aktuelle Liste auf.

  • mount
/dev/sda1 on / type ext4 (rw,relatime,errors=remount-ro)
/dev/sdb1 on /mnt type ext4 (rw,relatime)
/dev/sr0 on /media/cdrom type iso9660 (ro,nosuid,nodev)

Übersichtlicher – als Baum, wahlweise gefiltert nach Ziel:

  • findmnt /mnt

Allgemeine Mount-Optionen

Hinter -o stehen die Optionen für die Partition. Diese gelten für alle Dateisystemtypen:

Option Erklärung
defaults Kurzform für rw,suid,dev,exec,auto,nouser,async
rw / ro les-/schreibbar bzw. nur lesbar
auto / noauto bei mount -a (und beim Booten) mit einhängen oder nicht
exec / noexec Ausführen von Programmen erlauben oder verbieten
suid / nosuid SUID-/SGID-Bits beachten oder ignorieren
dev / nodev Gerätedateien interpretieren oder nicht
user / nouser auch normalen Nutzern das Einhängen erlauben oder nur root
atime / noatime Zugriffszeit bei jedem Lesen aktualisieren oder nicht (noatime bringt Tempo)
remount bereits eingehängtes Dateisystem mit neuen Optionen neu einhängen
loop eine Image-Datei über ein Loop-Gerät einhängen
bind ein Verzeichnis zusätzlich an einer zweiten Stelle einblenden
acl POSIX-ACLs aktivieren

Optionen im laufenden Betrieb ändern

Mit remount lässt sich eine Option setzen, ohne vorher auszuhängen. Beispiel: eine Partition nachträglich auf noexec stellen.

  • mount -o remount,noexec /mnt

Ein Verzeichnis an zweiter Stelle einblenden

bind zeigt denselben Verzeichnisinhalt an zwei Pfaden – nützlich, um einem Dienst nur einen Teilbaum sichtbar zu machen.

  • mount --bind /daten/web /var/www/html

umount

umount hängt ein Dateisystem wieder aus. Dabei läuft automatisch ein sync, damit alle im Cache gehaltenen Daten geschrieben werden – deshalb einen USB-Stick immer erst aushängen, bevor man ihn abzieht.

Ausgehängt werden kann nur ein inaktives Dateisystem: kein Prozess darf eine Datei darin geöffnet haben oder ein Verzeichnis darin als Arbeitsverzeichnis benutzen, und es darf kein weiteres Dateisystem darüber eingehängt sein. Sonst kommt device is busy.

Optionen

Option Wirkung
-a alle in /etc/fstab aufgeführten Dateisysteme aushängen
-t TYP nur Dateisysteme des angegebenen Typs aushängen
-l lazy: den Mount sofort aus dem Baum nehmen, den Datenträger aber erst freigeben, wenn der letzte Zugriff endet
-v ausführliche Ausgabe

Aushängen – über Gerät oder Mountpunkt

Beides ist möglich und tut dasselbe. Über das Gerät:

  • umount /dev/sdb1

Oder über den Mountpunkt:

  • umount /mnt

Wenn das Aushängen hängt: „device is busy"

Belegt ein Prozess das Dateisystem, verweigert umount den Dienst:

umount: /mnt: target is busy.

Den Blockierer finden

lsof zeigt offene Dateien unterhalb des Mountpunkts, fuser die Prozesse mitsamt PID.

  • lsof /mnt
  • fuser -vm /mnt

Danach den Prozess sauber beenden oder aus dem Verzeichnis herausgehen – oft ist es nur eine Shell, die noch im Mountpunkt steht.

Notausgang: lazy unmount

Lässt sich der Blockierer nicht beseitigen, nimmt -l den Mount sofort aus dem Baum. Der Datenträger wird freigegeben, sobald der letzte Zugriff endet.

  • umount -l /mnt

Als grobes Mittel kann fuser die Blockierer auch direkt abschießen (mit Bedacht einsetzen):

  • fuser -km /mnt

Aufgaben

Vorbereitung: drei Datenpartitionen auf /dev/sdb (/dev/sdb1 bis /dev/sdb3), jeweils mit einem Dateisystem. /dev/sda bleibt unberührt. Die Mountpunkte vorher anlegen.

  • Legen Sie die Mountpunkte /mnt/1part, /mnt/2part und /mnt/3part an.
  • Mounten Sie die erste Partition unter /mnt/1part.
  • Mounten Sie die zweite Partition unter /mnt/2part mit der Option noatime.
  • Hängen Sie die erste Partition mit remount zusätzlich auf noexec um, ohne sie auszuhängen.
  • Prüfen Sie mit findmnt, ob die Optionen gesetzt sind.
  • Mounten Sie die dritte Partition unter /mnt/3part nur lesend.
  • Wechseln Sie mit cd nach /mnt/2part und versuchen Sie, die Partition auszuhängen. Was passiert, und wie finden Sie den Blockierer?
  • Hängen Sie die zweite Partition aus – über den Mountpunkt.
  • Blenden Sie das Verzeichnis /mnt/1part/docs zusätzlich unter /mnt/gemeinsam ein (bind mount) und prüfen Sie das Ergebnis mit findmnt.