Sgdisk: Unterschied zwischen den Versionen

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<code>sgdisk</code> erledigt dieselben Aufgaben wie <code>gdisk</code>, wird aber vollständig über Optionen gesteuert. Damit ist es das Werkzeug der Wahl für Skripte und für die automatisierte Installation.
 
<code>sgdisk</code> erledigt dieselben Aufgaben wie <code>gdisk</code>, wird aber vollständig über Optionen gesteuert. Damit ist es das Werkzeug der Wahl für Skripte und für die automatisierte Installation.
  
==Achtung: sgdisk schreibt ohne Rückfrage==
+
'''Achtung:''' <code>sgdisk</code> kennt keinen Schreibbefehl. Eine im Arbeitsspeicher veränderte GPT wird beim Beenden automatisch auf den Datenträger geschrieben. Ein falsch getippter Aufruf kann eine Platte unbrauchbar machen. Zum gefahrlosen Ausprobieren dient die Option <code>-P</code>: damit wird alles berechnet und angezeigt, aber nichts geschrieben.
  
*<code>sgdisk</code> kennt keinen Schreibbefehl. Eine im Arbeitsspeicher veränderte GPT wird beim Beenden des Programms '''automatisch''' auf den Datenträger geschrieben.
+
Beim Aufruf steht immer der Datenträger am Ende. Mehrere Optionen lassen sich in einem Aufruf kombinieren – das ist der übliche Weg, weil dann nur einmal geschrieben wird.
*Ein falsch getippter Aufruf kann eine Platte unbrauchbar machen. Jeder Aufruf mit ändernden Optionen gehört vorher gelesen.
 
*Zum gefahrlosen Ausprobieren gibt es <code>-P</code>: Damit wird alles berechnet und angezeigt, aber nichts geschrieben.
 
  
# sgdisk -P -n 1:0:+512M /dev/sdb
+
=Alle Optionen anzeigen=
 +
*sgdisk --help
  
==Syntax==
+
=Handbuchseite=
 +
*man sgdisk
  
# sgdisk OPTIONEN DEVICE
+
=Partitionstabelle anzeigen=
 +
*sgdisk -p /dev/sdb
  
*Mehrere Optionen lassen sich in einem Aufruf kombinieren. Das ist der übliche Weg, weil dann nur einmal geschrieben wird:
+
=Einzelheiten zu einer Partition=
 +
Zeigt GUIDs, Start- und Endsektor, Attribute und Namen der Partition 1.
 +
*sgdisk -i 1 /dev/sdb
  
# sgdisk -n 1:0:+512M -t 1:8300 -c 1:system /dev/sdb
+
=Bekannte Typcodes auflisten=
 +
*sgdisk -L
  
*Die vollständige Beschreibung liefert die Handbuchseite:
+
=Platte prüfen=
 +
Vergleicht primäre und gesicherte Strukturen, prüft die Prüfsummen und meldet Überlappungen.
 +
*sgdisk -v /dev/sdb
  
$ man sgdisk
+
=Nichts schreiben, nur zeigen=
 +
<code>-P</code> berechnet die Änderung und zeigt das Ergebnis, schreibt aber nicht. Zum Testen jedes ändernden Aufrufs vorschalten.
 +
*sgdisk -P -n 1:0:+512M /dev/sdb
  
==Optionen ohne Änderung an der GPT==
+
=Neue, leere GPT anlegen=
 +
*sgdisk -o /dev/sdb
  
{| class="wikitable"
+
=Eine Partition anlegen=
! Option !! Lang !! Wirkung
+
Die Syntax ist <code>-n PARTNUM:ANFANG:ENDE</code>. Eine <code>0</code> bedeutet an jeder der drei Stellen die Vorgabe: erster freier Eintrag, erster freier ausgerichteter Sektor, letzter verfügbarer Sektor. Ohne <code>-t</code> bekommt die Partition den Typ 8300. Die Ausrichtung auf 2048 Sektoren übernimmt sgdisk selbst.
|-
 
| <code>-p</code> || <code>--print</code> || Partitionstabelle anzeigen
 
|-
 
| <code>-i PARTNUM</code> || <code>--info</code> || Einzelheiten zu einer Partition: GUIDs, Sektoren, Attribute, Name
 
|-
 
| <code>-L</code> || <code>--list-types</code> || bekannte Typcodes auflisten
 
|-
 
| <code>-v</code> || <code>--verify</code> || Platte prüfen: Prüfsummen, Überlappungen, Lage der Sicherung
 
|-
 
| <code>-D</code> || <code>--display-alignment</code> || eingestellten Ausrichtungswert anzeigen
 
|-
 
| <code>-P</code> || <code>--pretend</code> || alles berechnen, aber nichts schreiben
 
|-
 
| <code>-?</code> || <code>--help</code> || Hilfetext
 
|}
 
  
==Optionen mit Änderung an der GPT==
+
512 MiB, Lage automatisch:
 +
*sgdisk -n 1:0:+512M /dev/sdb
  
{| class="wikitable"
+
20 GiB direkt dahinter:
! Option !! Lang !! Wirkung
+
*sgdisk -n 2:0:+20G /dev/sdb
|-
 
| <code>-o</code> || <code>--clear</code> || neue, leere GPT anlegen
 
|-
 
| <code>-n PARTNUM:ANFANG:ENDE</code> || <code>--new</code> || neue Partition anlegen
 
|-
 
| <code>-N PARTNUM</code> || <code>--largest-new</code> || Partition über den größten freien Bereich anlegen
 
|-
 
| <code>-d PARTNUM</code> || <code>--delete</code> || Partition löschen
 
|-
 
| <code>-t PARTNUM:TYPCODE</code> || <code>--typecode</code> || Typcode setzen
 
|-
 
| <code>-c PARTNUM:NAME</code> || <code>--change-name</code> || Namen der Partition setzen
 
|-
 
| <code>-A PARTNUM:AKTION:BIT</code> || <code>--attributes</code> || Attribut-Bits setzen, löschen oder anzeigen
 
|-
 
| <code>-u PARTNUM:GUID</code> || <code>--partition-guid</code> || GUID einer Partition setzen, <code>R</code> für zufällig
 
|-
 
| <code>-U GUID</code> || <code>--disk-guid</code> || GUID der Platte setzen, <code>R</code> für zufällig
 
|-
 
| <code>-G</code> || <code>--randomize-guids</code> || alle GUIDs neu erwürfeln
 
|-
 
| <code>-a WERT</code> || <code>--set-alignment</code> || Ausrichtung in Sektoren, Vorgabe 2048
 
|-
 
| <code>-s</code> || <code>--sort</code> || Einträge nach Anfangssektor sortieren
 
|-
 
| <code>-r P1:P2</code> || <code>--transpose</code> || zwei Partitionseinträge vertauschen
 
|-
 
| <code>-e</code> || <code>--move-second-header</code> || Sicherung ans Plattenende schieben
 
|-
 
| <code>-b DATEI</code> || <code>--backup</code> || GPT in eine Datei sichern
 
|-
 
| <code>-l DATEI</code> || <code>--load-backup</code> || GPT aus einer Datei zurückladen
 
|-
 
| <code>-R ZIEL</code> || <code>--replicate</code> || Partitionstabelle auf eine zweite Platte übertragen
 
|-
 
| <code>-g</code> || <code>--mbrtogpt</code> || vorhandenen MBR in eine GPT umwandeln
 
|-
 
| <code>-m</code> || <code>--gpttombr</code> || GPT in einen MBR umwandeln
 
|-
 
| <code>-h LISTE</code> || <code>--hybrid</code> || Hybrid-MBR erzeugen
 
|-
 
| <code>-z</code> || <code>--zap</code> || GPT-Strukturen zerstören
 
|-
 
| <code>-Z</code> || <code>--zap-all</code> || GPT '''und''' MBR zerstören
 
|}
 
  
*<code>-g</code> löscht '''nicht''', sondern wandelt um. Zum Leeren einer Platte ist <code>-Z</code> gedacht.
+
Der ganze Rest der Platte:
*<code>-e</code> setzt keine Partition aktiv, sondern verschiebt den Sicherungs-Header. Gebraucht wird das, nachdem eine Platte oder ein LUN vergrößert wurde.
+
*sgdisk -n 3:0:0 /dev/sdb
*<code>-h</code> erzeugt einen Hybrid-MBR. Der hält dieselbe Platte gleichzeitig für MBR- und GPT-partitioniert und ist eine dauerhafte Fehlerquelle – Finger weg, außer man weiß genau warum.
 
*<code>-r</code> vertauscht zwei Einträge und macht keine Löschung rückgängig. Ein Rückgängig gibt es nicht.
 
  
==Eine Partition anlegen==
+
=Typcode setzen=
 +
Ändert nur die Kennung, nicht die Daten der Partition.
 +
*sgdisk -t 1:ef00 /dev/sdb
  
# sgdisk -n PARTNUM:ANFANG:ENDE /dev/sdb
+
Die gebräuchlichen Codes:
 
 
{| class="wikitable"
 
! Feld !! Bedeutung
 
|-
 
| PARTNUM || Nummer des Eintrags, <code>0</code> nimmt den ersten freien
 
|-
 
| ANFANG || Startsektor, <code>0</code> nimmt den ersten freien ausgerichteten Sektor
 
|-
 
| ENDE || Endsektor, <code>0</code> nimmt den letzten verfügbaren; <code>+GRÖSSE</code> gibt die Länge an
 
|}
 
 
 
Damit ist die gebräuchliche Form:
 
 
 
# sgdisk -n 1:0:+512M /dev/sdb        512 MiB, Lage automatisch
 
# sgdisk -n 2:0:+20G  /dev/sdb        20 GiB direkt dahinter
 
# sgdisk -n 3:0:0    /dev/sdb        der ganze Rest
 
 
 
*Ohne <code>-t</code> bekommt die Partition den Typ 8300 (Linux filesystem).
 
*Die Ausrichtung auf 2048 Sektoren, also 1 MiB, übernimmt sgdisk von selbst. Nur bei abweichenden Vorgaben braucht man <code>-a</code>.
 
 
 
==Typcodes setzen==
 
 
 
# sgdisk -t 1:ef00 /dev/sdb
 
# sgdisk -t 2:8e00 /dev/sdb
 
  
 
{| class="wikitable"
 
{| class="wikitable"
Zeile 140: Zeile 66:
 
|}
 
|}
  
Die vollständige Liste:
+
=Namen einer Partition setzen=
 +
*sgdisk -c 1:system /dev/sdb
  
# sgdisk -L
+
=Attribut setzen=
 +
Die Syntax ist <code>-A PARTNUM:AKTION:BIT</code>, Aktionen sind <code>set</code>, <code>clear</code>, <code>toggle</code> und <code>show</code>.
  
==Attribute setzen==
+
Legacy BIOS bootable (Bit 2) setzen:
 +
*sgdisk -A 1:set:2 /dev/sdb
  
# sgdisk -A PARTNUM:AKTION:BIT /dev/sdb
+
Gesetzte Bits anzeigen:
 +
*sgdisk -A 1:show /dev/sdb
  
*Aktionen sind unter anderem <code>set</code>, <code>clear</code>, <code>toggle</code> und <code>show</code>.
+
Die wichtigsten Bits:
  
 
{| class="wikitable"
 
{| class="wikitable"
Zeile 154: Zeile 84:
 
|-
 
|-
 
| 0 || erforderliche Partition, nicht löschen
 
| 0 || erforderliche Partition, nicht löschen
|-
 
| 1 || vor EFI verbergen
 
 
|-
 
|-
 
| 2 || legacy BIOS bootable
 
| 2 || legacy BIOS bootable
Zeile 164: Zeile 92:
 
|}
 
|}
  
# sgdisk -A 1:set:2 /dev/sdb          legacy BIOS bootable setzen
+
=GUID einer Partition neu erwürfeln=
# sgdisk -A 1:show /dev/sdb           gesetzte Bits anzeigen
+
Das <code>R</code> steht für einen Zufallswert.
 +
*sgdisk -u 1:R /dev/sdb
  
==Sichern und zurückspielen==
+
=Alle GUIDs neu erwürfeln=
 +
Nach dem Klonen einer Platte nötig, sonst tragen Original und Kopie dieselben GUIDs.
 +
*sgdisk -G /dev/sdb
  
# sgdisk -b /root/sdb-gpt.bin /dev/sdb
+
=Partition löschen=
 +
*sgdisk -d 1 /dev/sdb
  
*Die Datei enthält Protective MBR, Header, Sicherungs-Header und die Partitionseinträge. Sie gehört auf ein anderes Medium.
+
=GPT in eine Datei sichern=
 +
Die Datei enthält Protective MBR, Header, Sicherungs-Header und die Partitionseinträge. Sie gehört auf ein anderes Medium.
 +
*sgdisk -b /root/sdb-gpt.bin /dev/sdb
  
# sgdisk -l /root/sdb-gpt.bin /dev/sdb
+
=GPT aus einer Datei zurückladen=
 +
*sgdisk -l /root/sdb-gpt.bin /dev/sdb
  
==Eine Partitionstabelle auf eine zweite Platte übertragen==
+
=Partitionstabelle auf eine zweite Platte übertragen=
 +
Der klassische Fall vor dem Anlegen eines Verbunds aus zwei gleichen Platten. Beim Übertragen steht das '''Ziel vorn''', die Quelle hinten.
 +
*sgdisk -R /dev/sdc /dev/sdb
  
Der klassische Fall vor dem Anlegen eines Verbunds aus zwei gleichen Platten:
+
Danach zwingend die GUIDs der Kopie neu erwürfeln:
 +
*sgdisk -G /dev/sdc
  
# sgdisk -R /dev/sdc /dev/sdb
+
=Sicherung ans Plattenende verschieben=
# sgdisk -G /dev/sdc
+
Nötig, wenn eine Platte oder ein LUN nachträglich vergrößert wurde – die Sicherung liegt dann nicht mehr am Ende. Diese Option setzt '''keine''' Partition aktiv.
 +
*sgdisk -e /dev/sdb
  
*Der erste Aufruf überträgt die Tabelle von <code>/dev/sdb</code> auf <code>/dev/sdc</code>. Das '''Ziel steht vorn''', die Quelle hinten.
+
=MBR in eine GPT umwandeln=
*Der zweite Aufruf ist Pflicht: Ohne ihn tragen beide Platten dieselbe Platten-GUID und dieselben Partitions-GUIDs. Das System greift dann unter Umständen auf die falsche zu.
+
Wandelt um, löscht '''nicht'''.
 +
*sgdisk -g /dev/sdb
  
==Eine Platte leeren==
+
=Platte leeren=
 +
<code>-Z</code> entfernt GPT und MBR samt der Sicherung am Plattenende. Danach ist die Aufteilung weg.
 +
*sgdisk -Z /dev/sdb
  
# sgdisk -Z /dev/sdb
+
Nur die GPT entfernen, den MBR stehen lassen:
 +
*sgdisk -z /dev/sdb
  
*<code>-Z</code> entfernt GPT und MBR, also auch die Sicherung am Plattenende.
+
=Eine Platte in einem Aufruf komplett einrichten=
*<code>-z</code> lässt den MBR stehen.
+
Weil sgdisk beim Beenden schreibt, ist ein Aufruf besser als sechs. Hier: EFI, boot und eine LVM-Partition über den Rest.
*Danach ist die Aufteilung weg. Die Nutzdaten stehen zwar noch auf der Platte, sind ohne Tabelle aber nicht mehr ansprechbar.
+
*sgdisk -o -n 1:0:+512M -t 1:ef00 -c 1:EFI -n 2:0:+1G -t 2:8300 -c 2:boot -n 3:0:0 -t 3:8e00 -c 3:lvm /dev/sdb
 
 
==Beispiele==
 
 
 
Tabelle anzeigen:
 
 
 
# sgdisk -p /dev/sdb
 
 
 
Einzelheiten zur ersten Partition:
 
 
 
# sgdisk -i 1 /dev/sdb
 
 
 
Eine Platte in einem Aufruf komplett einrichten:
 
 
 
# sgdisk -o \
 
          -n 1:0:+512M -t 1:ef00 -c 1:EFI \
 
          -n 2:0:+1G   -t 2:8300 -c 2:boot \
 
          -n 3:0:0     -t 3:8e00 -c 3:lvm \
 
          /dev/sdb
 
  
 
Vorher gefahrlos ansehen, was passieren würde:
 
Vorher gefahrlos ansehen, was passieren würde:
 +
*sgdisk -P -o -n 1:0:+512M /dev/sdb
  
# sgdisk -P -o -n 1:0:+512M /dev/sdb
+
==Optionsübersicht==
  
Prüfen, was geworden ist:
+
Für den schnellen Rückblick. Details stehen jeweils oben und in <code>man sgdisk</code>.
  
# sgdisk -v /dev/sdb
+
{| class="wikitable"
# sgdisk -p /dev/sdb
+
! Option !! Lang !! Wirkung
 +
|-
 +
| <code>-p</code> || <code>--print</code> || Partitionstabelle anzeigen
 +
|-
 +
| <code>-i</code> || <code>--info</code> || Einzelheiten zu einer Partition
 +
|-
 +
| <code>-L</code> || <code>--list-types</code> || Typcodes auflisten
 +
|-
 +
| <code>-v</code> || <code>--verify</code> || Platte prüfen
 +
|-
 +
| <code>-P</code> || <code>--pretend</code> || berechnen, aber nicht schreiben
 +
|-
 +
| <code>-o</code> || <code>--clear</code> || neue, leere GPT
 +
|-
 +
| <code>-n</code> || <code>--new</code> || Partition anlegen
 +
|-
 +
| <code>-d</code> || <code>--delete</code> || Partition löschen
 +
|-
 +
| <code>-t</code> || <code>--typecode</code> || Typcode setzen
 +
|-
 +
| <code>-c</code> || <code>--change-name</code> || Namen setzen
 +
|-
 +
| <code>-A</code> || <code>--attributes</code> || Attribut-Bits
 +
|-
 +
| <code>-u</code> || <code>--partition-guid</code> || Partitions-GUID setzen
 +
|-
 +
| <code>-U</code> || <code>--disk-guid</code> || Platten-GUID setzen
 +
|-
 +
| <code>-G</code> || <code>--randomize-guids</code> || alle GUIDs neu erwürfeln
 +
|-
 +
| <code>-a</code> || <code>--set-alignment</code> || Ausrichtung in Sektoren
 +
|-
 +
| <code>-b</code> || <code>--backup</code> || in Datei sichern
 +
|-
 +
| <code>-l</code> || <code>--load-backup</code> || aus Datei zurückladen
 +
|-
 +
| <code>-R</code> || <code>--replicate</code> || auf zweite Platte übertragen
 +
|-
 +
| <code>-e</code> || <code>--move-second-header</code> || Sicherung ans Ende schieben
 +
|-
 +
| <code>-g</code> || <code>--mbrtogpt</code> || MBR in GPT umwandeln
 +
|-
 +
| <code>-z</code> || <code>--zap</code> || GPT zerstören
 +
|-
 +
| <code>-Z</code> || <code>--zap-all</code> || GPT und MBR zerstören
 +
|}

Aktuelle Version vom 19. August 2026, 16:57 Uhr

sgdisk erledigt dieselben Aufgaben wie gdisk, wird aber vollständig über Optionen gesteuert. Damit ist es das Werkzeug der Wahl für Skripte und für die automatisierte Installation.

Achtung: sgdisk kennt keinen Schreibbefehl. Eine im Arbeitsspeicher veränderte GPT wird beim Beenden automatisch auf den Datenträger geschrieben. Ein falsch getippter Aufruf kann eine Platte unbrauchbar machen. Zum gefahrlosen Ausprobieren dient die Option -P: damit wird alles berechnet und angezeigt, aber nichts geschrieben.

Beim Aufruf steht immer der Datenträger am Ende. Mehrere Optionen lassen sich in einem Aufruf kombinieren – das ist der übliche Weg, weil dann nur einmal geschrieben wird.

Alle Optionen anzeigen

  • sgdisk --help

Handbuchseite

  • man sgdisk

Partitionstabelle anzeigen

  • sgdisk -p /dev/sdb

Einzelheiten zu einer Partition

Zeigt GUIDs, Start- und Endsektor, Attribute und Namen der Partition 1.

  • sgdisk -i 1 /dev/sdb

Bekannte Typcodes auflisten

  • sgdisk -L

Platte prüfen

Vergleicht primäre und gesicherte Strukturen, prüft die Prüfsummen und meldet Überlappungen.

  • sgdisk -v /dev/sdb

Nichts schreiben, nur zeigen

-P berechnet die Änderung und zeigt das Ergebnis, schreibt aber nicht. Zum Testen jedes ändernden Aufrufs vorschalten.

  • sgdisk -P -n 1:0:+512M /dev/sdb

Neue, leere GPT anlegen

  • sgdisk -o /dev/sdb

Eine Partition anlegen

Die Syntax ist -n PARTNUM:ANFANG:ENDE. Eine 0 bedeutet an jeder der drei Stellen die Vorgabe: erster freier Eintrag, erster freier ausgerichteter Sektor, letzter verfügbarer Sektor. Ohne -t bekommt die Partition den Typ 8300. Die Ausrichtung auf 2048 Sektoren übernimmt sgdisk selbst.

512 MiB, Lage automatisch:

  • sgdisk -n 1:0:+512M /dev/sdb

20 GiB direkt dahinter:

  • sgdisk -n 2:0:+20G /dev/sdb

Der ganze Rest der Platte:

  • sgdisk -n 3:0:0 /dev/sdb

Typcode setzen

Ändert nur die Kennung, nicht die Daten der Partition.

  • sgdisk -t 1:ef00 /dev/sdb

Die gebräuchlichen Codes:

Code Bedeutung
8300 Linux filesystem
8200 Linux swap
8e00 Linux LVM
fd00 Linux RAID
ef00 EFI System Partition
ef02 BIOS boot partition

Namen einer Partition setzen

  • sgdisk -c 1:system /dev/sdb

Attribut setzen

Die Syntax ist -A PARTNUM:AKTION:BIT, Aktionen sind set, clear, toggle und show.

Legacy BIOS bootable (Bit 2) setzen:

  • sgdisk -A 1:set:2 /dev/sdb

Gesetzte Bits anzeigen:

  • sgdisk -A 1:show /dev/sdb

Die wichtigsten Bits:

Bit Bedeutung
0 erforderliche Partition, nicht löschen
2 legacy BIOS bootable
60 nur lesen
63 kein Automount

GUID einer Partition neu erwürfeln

Das R steht für einen Zufallswert.

  • sgdisk -u 1:R /dev/sdb

Alle GUIDs neu erwürfeln

Nach dem Klonen einer Platte nötig, sonst tragen Original und Kopie dieselben GUIDs.

  • sgdisk -G /dev/sdb

Partition löschen

  • sgdisk -d 1 /dev/sdb

GPT in eine Datei sichern

Die Datei enthält Protective MBR, Header, Sicherungs-Header und die Partitionseinträge. Sie gehört auf ein anderes Medium.

  • sgdisk -b /root/sdb-gpt.bin /dev/sdb

GPT aus einer Datei zurückladen

  • sgdisk -l /root/sdb-gpt.bin /dev/sdb

Partitionstabelle auf eine zweite Platte übertragen

Der klassische Fall vor dem Anlegen eines Verbunds aus zwei gleichen Platten. Beim Übertragen steht das Ziel vorn, die Quelle hinten.

  • sgdisk -R /dev/sdc /dev/sdb

Danach zwingend die GUIDs der Kopie neu erwürfeln:

  • sgdisk -G /dev/sdc

Sicherung ans Plattenende verschieben

Nötig, wenn eine Platte oder ein LUN nachträglich vergrößert wurde – die Sicherung liegt dann nicht mehr am Ende. Diese Option setzt keine Partition aktiv.

  • sgdisk -e /dev/sdb

MBR in eine GPT umwandeln

Wandelt um, löscht nicht.

  • sgdisk -g /dev/sdb

Platte leeren

-Z entfernt GPT und MBR samt der Sicherung am Plattenende. Danach ist die Aufteilung weg.

  • sgdisk -Z /dev/sdb

Nur die GPT entfernen, den MBR stehen lassen:

  • sgdisk -z /dev/sdb

Eine Platte in einem Aufruf komplett einrichten

Weil sgdisk beim Beenden schreibt, ist ein Aufruf besser als sechs. Hier: EFI, boot und eine LVM-Partition über den Rest.

  • sgdisk -o -n 1:0:+512M -t 1:ef00 -c 1:EFI -n 2:0:+1G -t 2:8300 -c 2:boot -n 3:0:0 -t 3:8e00 -c 3:lvm /dev/sdb

Vorher gefahrlos ansehen, was passieren würde:

  • sgdisk -P -o -n 1:0:+512M /dev/sdb

Optionsübersicht

Für den schnellen Rückblick. Details stehen jeweils oben und in man sgdisk.

Option Lang Wirkung
-p --print Partitionstabelle anzeigen
-i --info Einzelheiten zu einer Partition
-L --list-types Typcodes auflisten
-v --verify Platte prüfen
-P --pretend berechnen, aber nicht schreiben
-o --clear neue, leere GPT
-n --new Partition anlegen
-d --delete Partition löschen
-t --typecode Typcode setzen
-c --change-name Namen setzen
-A --attributes Attribut-Bits
-u --partition-guid Partitions-GUID setzen
-U --disk-guid Platten-GUID setzen
-G --randomize-guids alle GUIDs neu erwürfeln
-a --set-alignment Ausrichtung in Sektoren
-b --backup in Datei sichern
-l --load-backup aus Datei zurückladen
-R --replicate auf zweite Platte übertragen
-e --move-second-header Sicherung ans Ende schieben
-g --mbrtogpt MBR in GPT umwandeln
-z --zap GPT zerstören
-Z --zap-all GPT und MBR zerstören