TLS Vortrag Wiki: Unterschied zwischen den Versionen

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==Client Hello==

Version vom 3. Juni 2026, 17:05 Uhr

Einleitung

  • Dieser Vortrag vermittelt die technische Funktionsweise von TLS
  • Er erklärt die Rolle der PKI
  • Analysiert Unterschiede zwischen klassischen und modernen Handshakes.

Authentifizierung mit TLS

  • Public Key Infrastruktur
  • Zertifikatsbasierte Authentifizierung
  • Schlüsselbasierte Authentifizierung
  • Am Ende steht die verschlüsselte Übertragung

Public Key Infrastruktur

Wichtige Rolle der PKI
  • PKI ermöglicht sichere Verschlüsselung und digitale Signaturen für E-Mails, HTTPS, VPNs und mehr
Grundprinzip
  • PKI nutzt Schlüsselpaare zur sicheren Datenübertragung und Identitätsüberprüfung

Zertifikatsbasierte Authentifizierung

  • Nutzt Zertifikat, das von einer CA signiert ist
  • Client überprüft die Signatur der CA
  • Signatur authentifiziert das Zertifikat

Die CA

Erstellen einer CA

  • Nur im lokalen Umfeld nötig
  • Meist wird eine öffentliche CA verwendet
  • Öffentliche CAs sind im OS als vertrauenswürdig eingebaut
  • Kostenlose Certs z. B. bei Let’s Encrypt

CA: Der private Schlüssel

  • Der private Schlüssel der CA muss zwingend geheim gehalten werden.
  • Er wird nur zum signieren gebraucht

CA: Das Zertifikat

  • Das Zertifikat der CA ist bei offiziellen CA überall in den Betriebssystemen eingebaut
  • Überall bedeutet nicht nur PCs, Laptops, Server.
  • Sondern auch IOT Geräte alle Art.

CA: TLS Zertifizierungstelle

  • Die wichtigsten Komponenten der CA

Der Server

Server: TLS PrivKey Server

  • Auf dem Server wird ein privater Schlüssel erstellt.
  • Geheimhaltung ist wichtig.

Server: TLS Signing Request

  • Es wird ein Öffentlicher Schlüssel erstellt
  • Es wird diesem ein Distinguish Name zu geordnet.
  • Beide Komponenten ergeben den Certificate Signing Request

Server: TLS Signing Request wird zurück gesendet

  • Der Request wird zur Zertifizierungsstelle geschickt.
  • Geheimhaltung ist nicht notwendig.

CA: Die Signierung

CA: Signierung des Requests

  • Es wird ein Hash über den öffentlichen Schlüssel und den Distinguish Name des Servers, sowie dem Ablaufdatum gebildet.
  • Dieser wird mit dem geheimen Schlüssel der Zertifizierungsstelle verschlüsselt.
  • Diesen Vorgang nennt man Signierung.

CA: Bauen des Zertifikats

Das Zertifikat wird nun gebaut
  • Öffentlicher Schlüssel des Servers
  • Signature des Servers
  • Distinguish Name des Server
  • Distinguish Name der Zertifizierungsstelle
  • Ablaufdatum
  • Seriennummer

CA: Zertifikat wird zum Server geschickt

  • Der Server bekommt das Zertifikat zugestellt.

Server: PrivKey-S und Zertifikat-S wird dem Service zu geordnet

  • Das Zertifikat und der private Schlüssel werden nun einem oder mehreren Diensten zugeordnet.

Authenzitätstest

Client: Hat das Zertifikat der Zertifizierungsstelle eingebaut

  • Jedes Gerät im Internet das TLS kann hat das Zertifikat der Zertifizierungstelle eingebaut.

Client:Bekommt das Zertifikat des Servers

  • Beim TLS Handshake bekommt der Client das Zertifikat des Servers geschickt.

Client: Überprüft ob das Zertifikat authentisch ist

Zertfikatscheck

TLS 1.3 Handshake

Client Hello

Supported Versions
  • gibt an, welche TLS-Versionen der Client unterstützt
  • bei TLS 1.3 wird hier explizit TLS 1.3 angeboten
  • keine klassische Versionsverhandlung mehr wie bei TLS 1.2 (legacy_version ist nur noch ein Platzhalter)
Supported Groups
  • Liste unterstützter (EC)DHE-Gruppen
  • z. B. x25519, secp256r1
  • Gruppen definieren alle kryptographischen Parameter vollständig
  • keine Aushandlung einzelner Parameter wie p oder g
Key Share
  • enthält den ephemeren DH/ECDH-Public-Key des Clients
  • Private Key verbleibt ausschließlich beim Client
  • Grundlage für die spätere Berechnung des Shared Secret
  • ermöglicht den 1-RTT-Handshake
Client Random
  • 32 Byte Zufallswert
  • fließt in die Schlüsselableitung ein
  • erhöht die Entropie des Handshakes
(weitere Extensions, z. B. SNI, ALPN)
  • SNI: gibt den gewünschten Ziel-Hostnamen an
  • ALPN: listet die vom Client unterstützten Anwendungsprotokolle (z. B. HTTP/2, HTTP/1.1)
  • Extensions sind funktional, nicht kryptographisch zwingend
  • werden im ClientHello unverschlüsselt übertragen



Server Hello

Selected Version
  • Server bestätigt die zu verwendende TLS-Version
  • in diesem Fall TLS 1.3
  • keine weitere Versionsverhandlung mehr
Key Share
  • enthält den ephemeren DH/ECDH-Public-Key des Servers
  • verwendet dieselbe Gruppe wie vom Client ausgewählt
  • ermöglicht beiden Seiten die Berechnung des Shared Secret
  • Private Key verbleibt ausschließlich beim Server
Server Random
  • 32 Byte Zufallswert des Servers
  • fließt in die Schlüsselableitung ein
  • ergänzt den Client Random zur Entropieerzeugung


Handshake Secret

Shared Secret
  • wird nach Empfang des ServerHello lokal berechnet
  • basiert auf ephemerem (EC)DH
  • beide Seiten nutzen:
    • eigenen Private Key
    • fremden Public Key
  • Ergebnis ist auf beiden Seiten identisch
  • wird niemals übertragen
Handshake Secret
  • wird aus dem Shared Secret per HKDF abgeleitet
    • HKDF steht für HMAC-based Key Derivation Function
    • HKDF ist ein standardisiertes Verfahren zur Schlüsselableitung
  • stellt einen internen kryptographischen Zustand dar
  • dient als Basis für die Handshake-Verschlüsselung
Handshake Traffic Keys
  • werden aus dem Handshake Secret abgeleitet
  • werden niemals übertragen
  • sind ab EncryptedExtensions aktiv
Verschlüsselung aktiv ab jetzt
  • alle folgenden Handshake-Nachrichten sind verschlüsselt
  • geschützt mit den Handshake Traffic Keys


Server Handshake Nachrichten (TLS 1.3)

EncryptedExtensions
  • erste verschlüsselte TLS-Nachricht des Servers
  • wird mit den Handshake Traffic Keys verschlüsselt
  • enthält die vom Server akzeptierten Extensions
  • z. B. ALPN und weitere verbindungsrelevante Parameter
    • ALPN: welches Anwendungsprotokoll der Server ausgewählt hat (z. B. h2 oder http/1.1)
Certificate
  • Übertragung der Server-Zertifikatskette
  • vollständig verschlüsselt
  • Zertifikat enthält:
    • den öffentlichen Schlüssel des Servers
    • Identitätsinformationen
    • die Signatur der ausstellenden CA
  • Client nutzt das Zertifikat zur Authentizitätsprüfung
CertificateVerify
  • Server signiert den bisherigen Handshake-Transcript
  • Signatur erfolgt mit dem privaten Schlüssel des Servers
  • der zugehörige öffentliche Schlüssel befindet sich im Zertifikat
  • beweist die Kontrolle über den Private Key
  • schützt vor Man-in-the-Middle-Angriffen
Finished
  • verschlüsselte Prüfsumme über den gesamten bisherigen Handshake
  • berechnet mit dem Handshake Traffic Key
  • bestätigt die Integrität aller vorherigen Handshake-Nachrichten
  • Abschluss der Server-Seite des TLS-1.3-Handshakes


Client prüft Server

Zertifikatsprüfung
  • Client prüft die Server-Zertifikatskette
  • Signatur der Zertifikate wird mit dem Public Key der CA verifiziert
  • Vertrauenskette endet bei einer bekannten Root-CA
  • Gültigkeitszeitraum und Zertifikatsattribute werden geprüft
  • Ergebnis: der öffentliche Schlüssel des Servers ist vertrauenswürdig
CertificateVerify Prüfung
  • Client verifiziert die CertificateVerify-Signatur
  • verwendet den öffentlichen Schlüssel aus dem Server-Zertifikat
  • überprüft die Signatur über den bisherigen Handshake-Transcript
  • stellt sicher, dass der Server den zugehörigen Private Key besitzt
  • Ergebnis: der Server kontrolliert den privaten Schlüssel zum Zertifikat


Client Finished

Finished
  • Client berechnet die Finished-Prüfsumme
  • basiert auf dem bisherigen Handshake-Transcript
  • wird mit dem Handshake Traffic Key verschlüsselt
  • bestätigt die Integrität des gesamten Handshakes
  • signalisiert dem Server den erfolgreichen Abschluss


Application Traffic Keys

Application Traffic Keys
  • werden nach erfolgreichem Client Finished aktiviert
  • werden aus den Application Traffic Secrets abgeleitet
  • entsprechen dem umgangssprachlichen Sitzungsschlüssel
  • existieren ausschließlich lokal auf Client und Server


TLS 1.3 Verbindung erfolgreich

  • 1-RTT-Handshake abgeschlossen
  • Server ist kryptographisch authentifiziert
  • Client ist über den Handshake implizit bestätigt
  • Application Traffic Keys sind aktiv
  • geschützte Anwendungsdaten können übertragen werden


TLS 1.3 Handshake

Client Hello

Supported Versions
  • gibt an, welche TLS-Versionen der Client unterstützt
  • bei TLS 1.3 wird hier explizit TLS 1.3 angeboten
  • keine klassische Versionsverhandlung mehr wie bei TLS 1.2 (legacy_version ist nur noch ein Platzhalter)
Supported Groups
  • Liste unterstützter (EC)DHE-Gruppen
  • z. B. x25519, secp256r1
  • Gruppen definieren alle kryptographischen Parameter vollständig
  • keine Aushandlung einzelner Parameter wie p oder g
Key Share
  • enthält den ephemeren DH/ECDH-Public-Key des Clients
  • Private Key verbleibt ausschließlich beim Client
  • Grundlage für die spätere Berechnung des Shared Secret
  • ermöglicht den 1-RTT-Handshake
Client Random
  • 32 Byte Zufallswert
  • fließt in die Schlüsselableitung ein
  • erhöht die Entropie des Handshakes
(weitere Extensions, z. B. SNI, ALPN)
  • SNI: gibt den gewünschten Ziel-Hostnamen an
  • ALPN: listet die vom Client unterstützten Anwendungsprotokolle (z. B. HTTP/2, HTTP/1.1)
  • Extensions sind funktional, nicht kryptographisch zwingend
  • werden im ClientHello unverschlüsselt übertragen



Server Hello

Selected Version
  • Server bestätigt die zu verwendende TLS-Version
  • in diesem Fall TLS 1.3
  • keine weitere Versionsverhandlung mehr
Key Share
  • enthält den ephemeren DH/ECDH-Public-Key des Servers
  • verwendet dieselbe Gruppe wie vom Client ausgewählt
  • ermöglicht beiden Seiten die Berechnung des Shared Secret
  • Private Key verbleibt ausschließlich beim Server
Server Random
  • 32 Byte Zufallswert des Servers
  • fließt in die Schlüsselableitung ein
  • ergänzt den Client Random zur Entropieerzeugung


Handshake Secret

Shared Secret
  • wird nach Empfang des ServerHello lokal berechnet
  • basiert auf ephemerem (EC)DH
  • beide Seiten nutzen:
    • eigenen Private Key
    • fremden Public Key
  • Ergebnis ist auf beiden Seiten identisch
  • wird niemals übertragen
Handshake Secret
  • wird aus dem Shared Secret per HKDF abgeleitet
    • HKDF steht für HMAC-based Key Derivation Function
    • HKDF ist ein standardisiertes Verfahren zur Schlüsselableitung
  • stellt einen internen kryptographischen Zustand dar
  • dient als Basis für die Handshake-Verschlüsselung
Handshake Traffic Keys
  • werden aus dem Handshake Secret abgeleitet
  • werden niemals übertragen
  • sind ab EncryptedExtensions aktiv
Verschlüsselung aktiv ab jetzt
  • alle folgenden Handshake-Nachrichten sind verschlüsselt
  • geschützt mit den Handshake Traffic Keys


Server Handshake Nachrichten (TLS 1.3)

EncryptedExtensions
  • erste verschlüsselte TLS-Nachricht des Servers
  • wird mit den Handshake Traffic Keys verschlüsselt
  • enthält die vom Server akzeptierten Extensions
  • z. B. ALPN und weitere verbindungsrelevante Parameter
    • ALPN: welches Anwendungsprotokoll der Server ausgewählt hat (z. B. h2 oder http/1.1)
Certificate
  • Übertragung der Server-Zertifikatskette
  • vollständig verschlüsselt
  • Zertifikat enthält:
    • den öffentlichen Schlüssel des Servers
    • Identitätsinformationen
    • die Signatur der ausstellenden CA
  • Client nutzt das Zertifikat zur Authentizitätsprüfung
CertificateVerify
  • Server signiert den bisherigen Handshake-Transcript
  • Signatur erfolgt mit dem privaten Schlüssel des Servers
  • der zugehörige öffentliche Schlüssel befindet sich im Zertifikat
  • beweist die Kontrolle über den Private Key
  • schützt vor Man-in-the-Middle-Angriffen
Finished
  • verschlüsselte Prüfsumme über den gesamten bisherigen Handshake
  • berechnet mit dem Handshake Traffic Key
  • bestätigt die Integrität aller vorherigen Handshake-Nachrichten
  • Abschluss der Server-Seite des TLS-1.3-Handshakes


Client prüft Server

Zertifikatsprüfung
  • Client prüft die Server-Zertifikatskette
  • Signatur der Zertifikate wird mit dem Public Key der CA verifiziert
  • Vertrauenskette endet bei einer bekannten Root-CA
  • Gültigkeitszeitraum und Zertifikatsattribute werden geprüft
  • Ergebnis: der öffentliche Schlüssel des Servers ist vertrauenswürdig
CertificateVerify Prüfung
  • Client verifiziert die CertificateVerify-Signatur
  • verwendet den öffentlichen Schlüssel aus dem Server-Zertifikat
  • überprüft die Signatur über den bisherigen Handshake-Transcript
  • stellt sicher, dass der Server den zugehörigen Private Key besitzt
  • Ergebnis: der Server kontrolliert den privaten Schlüssel zum Zertifikat


Client Finished

Finished
  • Client berechnet die Finished-Prüfsumme
  • basiert auf dem bisherigen Handshake-Transcript
  • wird mit dem Handshake Traffic Key verschlüsselt
  • bestätigt die Integrität des gesamten Handshakes
  • signalisiert dem Server den erfolgreichen Abschluss


Application Traffic Keys

Application Traffic Keys
  • werden nach erfolgreichem Client Finished aktiviert
  • werden aus den Application Traffic Secrets abgeleitet
  • entsprechen dem umgangssprachlichen Sitzungsschlüssel
  • existieren ausschließlich lokal auf Client und Server


TLS 1.3 Verbindung erfolgreich

  • 1-RTT-Handshake abgeschlossen
  • Server ist kryptographisch authentifiziert
  • Client ist über den Handshake implizit bestätigt
  • Application Traffic Keys sind aktiv
  • geschützte Anwendungsdaten können übertragen werden