Ext4: Unterschied zwischen den Versionen
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=ext4 tuning eines Dateisystem= | =ext4 tuning eines Dateisystem= | ||
| + | <code>tune2fs</code> ändert die Parameter eines bestehenden ext2/ext3/ext4-Dateisystems, ohne es neu anzulegen. Angewendet wird es auf die Partition, nicht auf ein gemountetes Verzeichnis. Die meisten Änderungen sind auch im eingehängten Zustand möglich; Ausnahmen nennt <code>tune2fs</code> selbst. | ||
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| + | ==Anzeigen von Informationen== | ||
| + | Zeigt den Superblock-Inhalt: UUID, Label, Block- und Inode-Zahl, Features, Zähler und Prüfintervalle. | ||
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| + | ==Maximale Mount-Zahl bis zur Zwangsprüfung== | ||
| + | Nach so vielen Mount-Vorgängen erzwingt das System beim nächsten Start eine Prüfung mit <code>fsck</code>. Hier: alle 30 Mounts. | ||
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| + | Auf den meisten aktuellen Distributionen ist diese Zwangsprüfung abgeschaltet (Wert 0), weil ein fsck-Lauf beim Booten unerwünscht ist. Abschalten: | ||
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| + | ==Zeitintervall bis zur Zwangsprüfung== | ||
| + | Prüfung nach einer festen Zeitspanne statt nach Mount-Zahl. Hier: alle zwei Monate (<code>d</code> Tage, <code>w</code> Wochen, <code>m</code> Monate). | ||
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| + | Auch dieses Intervall ist meist auf 0 gesetzt. Abschalten: | ||
| + | *tune2fs -i 0 /dev/sdg1 | ||
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| + | ==Größe des Journals festlegen== | ||
| + | Legt die Größe des Journals fest, hier 32 MiB. Das ist die Größe des Journals selbst, kein Cache. | ||
| + | *tune2fs -J size=32m /dev/sdg1 | ||
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| + | ==Journaling ein- oder ausschalten== | ||
| + | Journaling einschalten (macht aus ext2 praktisch ext3): | ||
| + | *tune2fs -O has_journal /dev/sdg1 | ||
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| + | Journaling ausschalten – das vorangestellte <code>^</code> entfernt ein Feature: | ||
| + | *tune2fs -O ^has_journal /dev/sdg1 | ||
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| + | ==Dateisystem-Label ändern== | ||
| + | Setzt das Label, über das die Partition auch in <code>/etc/fstab</code> als <code>LABEL=</code> angesprochen werden kann. | ||
| + | *tune2fs -L daten-platte /dev/sdg1 | ||
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| + | ==Für root reservierten Anteil ändern== | ||
| + | <code>-m</code> setzt den Prozentsatz der Blöcke, die dem Superuser vorbehalten bleiben (Vorgabe 5 %). Das ist '''nicht''' die Zahl der erlaubten Mounts – die regelt <code>-c</code>. Auf reinen Datenplatten kann man den Wert senken: | ||
| + | *tune2fs -m 1 /dev/sdg1 | ||
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| + | Denselben Anteil als feste Blockzahl statt in Prozent setzt <code>-r</code>. | ||
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| + | ==UUID ändern== | ||
| + | Setzt eine neue UUID; <code>random</code> würfelt eine. Nötig etwa, nachdem eine Platte geklont wurde und zwei Dateisysteme dieselbe UUID tragen. | ||
| + | *tune2fs -U random /dev/sdg1 | ||
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| + | ==Kontrolle== | ||
| + | Nach jeder Änderung lässt sich das Ergebnis wieder mit <code>-l</code> nachsehen. | ||
| + | *tune2fs -l /dev/sdg1 | ||
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=ext4 Reparatur= | =ext4 Reparatur= | ||
=Aufgaben ext4= | =Aufgaben ext4= | ||
Version vom 19. August 2026, 17:07 Uhr
ext4 Eigenschaften
Was ist das?
Ext4 ist ein weit verbreitetes Dateisystem für Linux-Betriebssysteme. Es wurde als Nachfolger des älteren Ext3-Dateisystems entwickelt und bietet zahlreiche Verbesserungen und zusätzliche Funktionen. Hier sind die wichtigsten Eigenschaften von Ext4:
Größere Dateisysteme
- Ext4 verwaltet sehr große Dateisysteme: bis zu 1 Exbibyte (EiB) pro Dateisystem und bis zu 16 Tebibyte (TiB) pro Datei.
- Die 16 TiB je Datei gelten bei der üblichen Blockgröße von 4 KiB. Bei kleineren Blöcken sinkt der Wert entsprechend.
Verbesserte Leistung
- Ext4 arbeitet schneller als Ext3, besonders bei großen Dateisystemen und bei vielen Dateioperationen wie dem Anlegen und Löschen.
- Erreicht wird das vor allem durch Extents (zusammenhängende Blockbereiche statt einzelner Block-für-Block-Verweise), Multiblock-Allokation (mehrere Blöcke werden in einem Schritt reserviert) und Delayed Allocation (die Zuordnung auf der Platte wird bis zum Schreiben aufgeschoben, was Fragmentierung verringert).
Dateisystemjournaling
- Ext4 führt ein Journal, das nach einem Absturz die Konsistenz sicherstellt und langwierige komplette Prüfungen erspart.
- Es gibt drei Modi: journal (Metadaten und Daten werden ins Journal geschrieben, am sichersten, aber am langsamsten), ordered (nur Metadaten ins Journal, Daten werden vorher geschrieben – der voreingestellte Kompromiss) und writeback (nur Metadaten, ohne Reihenfolgegarantie – am schnellsten, aber nach einem Absturz können alte Daten in neuen Dateien stehen).
Online-Defragmentierung
- Fragmentierte Dateien lassen sich im laufenden Betrieb neu ordnen, ohne das Dateisystem auszuhängen. Das Werkzeug dazu ist
e4defrag.
Erweiterte Attribute
- Ext4 speichert erweiterte Attribute (xattr) – zusätzliche Metadaten an Dateien und Verzeichnissen. Darauf setzen unter anderem SELinux-Kontexte, POSIX-ACLs und Capabilities auf.
Verschlüsselung
- Ext4 kann einzelne Verzeichnisse auf Dateiebene verschlüsseln (fscrypt). Das Feature muss beim Anlegen aktiviert sein (
-O encrypt). - Das ist etwas anderes als LUKS/dm-crypt: LUKS verschlüsselt das gesamte Blockgerät unter dem Dateisystem, fscrypt einzelne Verzeichnisse im Dateisystem.
Rückwärtskompatibilität
- Ext4 ist mit Ext3 und Ext2 kompatibel. Ein bestehendes Ext3- oder Ext2-Dateisystem lässt sich zu Ext4 aufrüsten, indem die neuen Features nachträglich eingeschaltet werden.
Zusammenfassend
- Diese Eigenschaften machen Ext4 zu einem robusten und leistungsfähigen Dateisystem für Linux.
- Es ist in vielen Distributionen die Voreinstellung und eignet sich wegen seiner Stabilität und Skalierbarkeit für Desktop wie Server.
ext4 erstellen eines Dateisystem
Allgemein
mkfs.ext4 legt ein ext4-Dateisystem auf einer Partition oder einem Gerät an. Der Aufruf ohne Optionen genügt für den Normalfall – Blockgröße, Anzahl der Inodes und die übrigen Kennwerte werden aus der Gerätegröße abgeleitet.
Achtung: mkfs.ext4 fragt nicht nach und überschreibt ein vorhandenes Dateisystem sofort. Das Ziel muss die gewünschte Partition sein (z. B. /dev/sdg1), nicht die ganze Platte, außer man will das Dateisystem wirklich ohne Partitionstabelle direkt aufs Gerät legen.
Ein ext4-Dateisystem anlegen
- mkfs.ext4 /dev/sdg1
mke2fs 1.47.0 (5-Feb-2023) Creating filesystem with 2621440 4k blocks and 655360 inodes Filesystem UUID: 1b40fc1f-21dd-497e-9266-454f206f67b2 Superblock backups stored on blocks: 32768, 98304, 163840, 229376, 294912, 819200, 884736, 1605632 Allocating group tables: done Writing inode tables: done Creating journal (16384 blocks): done Writing superblocks and filesystem accounting information: done
Aus der Ausgabe lässt sich schon einiges ablesen: die Blockgröße (4k), die Zahl der Blöcke und Inodes, die UUID und die Blöcke, auf denen die Superblock-Kopien liegen – genau die aus dem Artikel zum Dateisystem-Aufbau.
Wichtige Optionen
| Option | Erklärung |
|---|---|
-b BLOCKSIZE |
Blockgröße in Byte: 1024, 2048 oder 4096 |
-L LABEL |
Volume-Label setzen |
-U UUID |
UUID setzen (random für einen Zufallswert)
|
-N ANZAHL |
feste Anzahl der Inodes |
-i BYTES |
ein Inode je so viele Byte – je größer der Wert, desto weniger Inodes |
-m PROZENT |
für root reservierter Anteil (Vorgabe 5 %) |
-T TYP |
Verwendungszweck: small, floppy, news u. a. – steuert die Inode-Dichte
|
-E OPTION |
erweiterte Optionen, z. B. -E lazy_itable_init=0
|
-O FEATURE |
Feature ein- oder ausschalten, z. B. -O encrypt oder -O ^has_journal
|
-n |
nichts anlegen, nur anzeigen, was geschähe (u. a. die Lage der Superblock-Kopien) |
-N und -i steuern beide die Zahl der Inodes, aber auf verschiedene Weise: -N gibt die Zahl direkt vor, -i gibt an, für wie viele Byte Nutzdaten ein Inode angelegt wird. Beides zusammen anzugeben ergibt keinen Sinn.
Beispiele
Mit festgelegter Blockgröße
Erlaubt sind 1024, 2048 oder 4096 Byte pro Block.
- mkfs.ext4 -b 2048 /dev/sdg1
Mit fester Anzahl der Inodes
- mkfs.ext4 -N 3072 /dev/sdg1
Mit Byte pro Inode
Je größer die Zahl, desto weniger Inodes werden angelegt.
- mkfs.ext4 -i 1024 /dev/sdg1
Mit Volume-Label
- mkfs.ext4 -L daten-platte /dev/sdg1
Mit vorgegebener UUID
- mkfs.ext4 -U 3c52166d-7803-42f4-952a-88bf43e11268 /dev/sdg1
Mit geändertem Reservat für root
Standard sind 5 %. Auf reinen Datenplatten ohne Systemdateien kann man den Wert senken.
- mkfs.ext4 -m 1 /dev/sdg1
Nur anzeigen, nichts schreiben
Zeigt die geplanten Kennwerte und die Lage der Superblock-Kopien, ohne die Platte zu verändern.
- mkfs.ext4 -n /dev/sdg1
Kontrolle nach dem Anlegen
Die Kennwerte des fertigen Dateisystems zeigt dumpe2fs im Kopfbereich.
- dumpe2fs -h /dev/sdg1
ext4 tuning eines Dateisystem
tune2fs ändert die Parameter eines bestehenden ext2/ext3/ext4-Dateisystems, ohne es neu anzulegen. Angewendet wird es auf die Partition, nicht auf ein gemountetes Verzeichnis. Die meisten Änderungen sind auch im eingehängten Zustand möglich; Ausnahmen nennt tune2fs selbst.
Anzeigen von Informationen
Zeigt den Superblock-Inhalt: UUID, Label, Block- und Inode-Zahl, Features, Zähler und Prüfintervalle.
- tune2fs -l /dev/sdg1
Maximale Mount-Zahl bis zur Zwangsprüfung
Nach so vielen Mount-Vorgängen erzwingt das System beim nächsten Start eine Prüfung mit fsck. Hier: alle 30 Mounts.
- tune2fs -c 30 /dev/sdg1
Auf den meisten aktuellen Distributionen ist diese Zwangsprüfung abgeschaltet (Wert 0), weil ein fsck-Lauf beim Booten unerwünscht ist. Abschalten:
- tune2fs -c 0 /dev/sdg1
Zeitintervall bis zur Zwangsprüfung
Prüfung nach einer festen Zeitspanne statt nach Mount-Zahl. Hier: alle zwei Monate (d Tage, w Wochen, m Monate).
- tune2fs -i 2m /dev/sdg1
Auch dieses Intervall ist meist auf 0 gesetzt. Abschalten:
- tune2fs -i 0 /dev/sdg1
Größe des Journals festlegen
Legt die Größe des Journals fest, hier 32 MiB. Das ist die Größe des Journals selbst, kein Cache.
- tune2fs -J size=32m /dev/sdg1
Journaling ein- oder ausschalten
Journaling einschalten (macht aus ext2 praktisch ext3):
- tune2fs -O has_journal /dev/sdg1
Journaling ausschalten – das vorangestellte ^ entfernt ein Feature:
- tune2fs -O ^has_journal /dev/sdg1
Dateisystem-Label ändern
Setzt das Label, über das die Partition auch in /etc/fstab als LABEL= angesprochen werden kann.
- tune2fs -L daten-platte /dev/sdg1
Für root reservierten Anteil ändern
-m setzt den Prozentsatz der Blöcke, die dem Superuser vorbehalten bleiben (Vorgabe 5 %). Das ist nicht die Zahl der erlaubten Mounts – die regelt -c. Auf reinen Datenplatten kann man den Wert senken:
- tune2fs -m 1 /dev/sdg1
Denselben Anteil als feste Blockzahl statt in Prozent setzt -r.
UUID ändern
Setzt eine neue UUID; random würfelt eine. Nötig etwa, nachdem eine Platte geklont wurde und zwei Dateisysteme dieselbe UUID tragen.
- tune2fs -U random /dev/sdg1
Kontrolle
Nach jeder Änderung lässt sich das Ergebnis wieder mit -l nachsehen.
- tune2fs -l /dev/sdg1