X86-Virtualisierung: Unterschied zwischen den Versionen

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= Was ist x86-Virtualisierung? =
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=Was ist x86-Virtualisierung?=
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* Techniken zur parallelen Ausführung mehrerer Betriebssysteme auf x86-Prozessoren.
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*Techniken, um mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einem x86-Prozessor auszuführen.
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* Ein Hypervisor ermöglicht die effiziente und isolierte Nutzung physischer Ressourcen.
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*Ein Hypervisor verteilt die physischen Ressourcen effizient und isoliert an die VMs.
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* Ziel: Gastbetriebssysteme bemerken keinen Unterschied zwischen virtueller und physischer Hardware.
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*Ziel: Das Gastbetriebssystem merkt keinen Unterschied zwischen virtueller und physischer Hardware.
  
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= VT-x Ausführungs- und Privilegienmodell =
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=Das Problem: Schutzringe=
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*x86-Prozessoren kennen vier Schutzringe (Ring 0–3).
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**Das Betriebssystem läuft in Ring 0 und darf alles.
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**Anwendungen laufen in Ring 3 und dürfen wenig.
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**Ring 1 und 2 werden praktisch nicht genutzt.
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*Ein Gast-Kernel erwartet ebenfalls Ring 0. Den belegt aber schon der Host bzw. der Hypervisor.
  
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== Übersicht ==
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==Früher: Software-Virtualisierung (vor ca. 2006)==
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Intel VT-x führt zwei grundlegende Betriebsmodi ein:
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*Keine Unterstützung durch den Prozessor.
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*Der Gast-Kernel läuft deprivilegiert, z. B. in Ring 1.
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*Der Hypervisor muss kritische Befehle abfangen und per Software nachbilden (Binary Translation, z. B. frühes VMware) oder der Gast-Kernel wird angepasst (Paravirtualisierung, z. B. frühes Xen).
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*Nachteil: hoher Overhead durch häufiges Abfangen.
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*Nicht verwechseln mit Emulation: Gast und Host haben hier dieselbe Plattform, die CPU wird nicht nachgebaut.
  
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* '''VMX Root Mode''': Hier läuft der Hypervisor (auch Virtual Machine Monitor, VMM). Dieser Modus besitzt die höchste Kontrolle über die Hardware.
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=Heute: Hardware-Virtualisierung mit VT-x / AMD-V=
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* '''VMX Non-Root Mode''': Hier laufen die virtuellen Maschinen (VMs) mit ihren Gastbetriebssystemen.
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*Der Prozessor bekommt zwei Betriebsmodi:
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**'''VMX Root Mode''' („Ring -1“): Hier läuft der Hypervisor mit voller Kontrolle über die Hardware.
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**'''VMX Non-Root Mode''': Hier laufen die VMs. Das ist der „Gastmodus“.
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*Innerhalb jedes Modus gibt es wieder die Ringe 0–3:
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**Das Gastbetriebssystem läuft in seinem eigenen Ring 0, die Anwendungen in Ring 3.
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**Der Gast muss dafür nicht angepasst werden.
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*Kritische Operationen im Non-Root Mode lösen automatisch einen Wechsel zum Hypervisor aus.
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{{#drawio:vt-ring}}
  
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Ziel dieser Trennung ist es, Gastbetriebssysteme nahezu unverändert auszuführen, während der Hypervisor privilegierte Steuer- und Verwaltungsaufgaben übernimmt.
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==Ablauf: VM-Entry und VM-Exit==
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*'''VM-Entry:''' Der Hypervisor wechselt in die VM (Root → Non-Root). Ab jetzt rechnet der Gast direkt auf der CPU.
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*'''VM-Exit:''' Bei privilegierten Befehlen oder Gerätezugriffen springt die CPU automatisch zurück zum Hypervisor (Non-Root → Root).
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*Der Hypervisor erledigt die Aufgabe und startet die VM mit dem nächsten VM-Entry wieder.
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*'''VMCS''' (Virtual Machine Control Structure): Pro VM speichert die CPU deren Zustand (Register, Speicherverwaltung) und den Zustand des Hypervisors. Dadurch geht der Wechsel schnell.
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*'''Speicher und I/O:''' Der Hypervisor trennt den Speicher der VMs voneinander. Mit '''EPT''' (Intel) bzw. '''NPT''' (AMD) übersetzt die CPU auch die Speicheradressen der VM selbst. Gerätezugriffe werden emuliert (z. B. durch QEMU) oder an echte Geräte weitergereicht.
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{{#drawio:Ausführungsebenen}}
  
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== Architektur und Ablauf ==
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;Am Beispiel KVM
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[[Datei:th.jpeg|zentriert]]
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*KVM ist der Hypervisor im VMX Root Mode, die VM läuft im Non-Root Mode.
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*QEMU emuliert die Geräte der VM. Gerätezugriffe landen per VM-Exit bei KVM und werden an QEMU weitergegeben.
  
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Dieses Bild zeigt die **Gesamtabfolge der Ausführungsebenen und Übergänge**:
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=Hardwareerweiterungen=
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*'''Intel VT-x''': CPU-Flag <code>vmx</code>
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*'''AMD-V''' (auch SVM): CPU-Flag <code>svm</code>
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*Beide arbeiten nach demselben Prinzip.
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grep -m1 -owE 'vmx|svm' /proc/cpuinfo
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*Keine Ausgabe = im BIOS/UEFI abgeschaltet oder nicht vorhanden.
  
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* Unten befindet sich die CPU mit aktivierter VT-x Unterstützung.
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=Praxis-Beispiele=
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* Der Hypervisor (VMM) läuft im '''VMX Root Mode'''. Er hat vollständigen Zugriff auf alle Ressourcen.
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*[[KVM]] (Kernel-based Virtual Machine, Linux)
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* Virtuelle Maschinen laufen im '''VMX Non-Root Mode'''. Jede VM enthält:
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*VMware vSphere (ESXi)
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** Ein Gastbetriebssystem (beispielsweise Windows oder Linux), das aus seiner Sicht im Ring 0 läuft.
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*Microsoft Hyper-V
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** Anwendungen, die innerhalb der VM im Ring 3 laufen.
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*Citrix XenServer
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* Die Kommunikation zwischen VMs und dem Hypervisor erfolgt über:
 
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** '''VM Entry''': Wechsel von Hypervisor (VMX Root) in die VM (VMX Non-Root).
 
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** '''VM Exit''': Rücksprung von der VM in den Hypervisor, z.B. bei privilegierten Befehlen.
 
  
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Diese Darstellung zeigt die **technische Ablaufarchitektur und den Wechsel zwischen den Modi**.
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=Weiterführende Informationen=
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*[https://tuxthink.blogspot.com/2011/12/kvm-introduction.html Einführung in KVM (tuxthink)]
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*[https://wiki.archlinux.org/title/KVM Arch Linux KVM Wiki]
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*[[Einordnung der Virtualisierungssysteme]]
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*Animation: https://labs.xinux.net/hypervisor-schichten.html#swhw-3
  
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== Schutzringe innerhalb der Modi ==
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=Präsentation=
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[[Datei:Vt-ring.drawio.png]]
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*https://hedgedoc.xinux.net/p/sC9T6-hrS#/
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[[Kategorie:Virtualisierung]]
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Dieses Bild zeigt die '''Privilegienebenen innerhalb der beiden Modi''':
 
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=== VMX Root Mode ===
 
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* Wird ausschließlich vom Hypervisor genutzt.
 
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* Innerhalb dieses Modus könnte der Hypervisor prinzipiell die Schutzringe 0–3 verwenden, in der Praxis nutzt er jedoch Ring 0 für höchste Rechte.
 
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=== VMX Non-Root Mode ===
 
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* Wird von den virtuellen Maschinen genutzt.
 
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* Innerhalb einer VM:
 
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** Das Gastbetriebssystem läuft im '''Ring 0''' der VM.
 
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** Anwendungen laufen im '''Ring 3''' der VM.
 
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* Obwohl das Gastbetriebssystem glaubt, auf echter Hardware mit Ring-0-Rechten zu laufen, wird es durch die Virtualisierung eingeschränkt. Privilegierte Befehle führen zu einem '''VM Exit'''.
 
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Diese Darstellung zeigt die '''Privilegierung innerhalb der jeweiligen Betriebsmodi'''und macht deutlich, dass der Gastkernel zwar im Ring 0 läuft, aber nicht auf der gleichen Ebene wie der Hypervisor im VMX Root Mode.
 
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= Funktionsweise verständlich erklärt =
 
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Stelle dir einen Rechner vor, auf dem mehrere Betriebssysteme gleichzeitig laufen:
 
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== Hypervisor ==
 
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* Ist der zentrale „Manager“, kontrolliert alle Ressourcen.
 
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* Verteilt Hardware-Ressourcen an virtuelle Maschinen.
 
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== Virtuelle Maschinen ==
 
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* Laufen isoliert, wie eigenständige physische Rechner.
 
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* Arbeiten schnell und effizient, fühlen sich „echt“ an.
 
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* Können keine kritischen Hardware-Einstellungen direkt verändern, dies kontrolliert der Hypervisor.
 
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= Softwarebasierte Virtualisierung (klassische Methode) =
 
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* Ohne spezielle Prozessorunterstützung.
 
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* Hypervisor kontrolliert Hardwarezugriff alleine.
 
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* Gastbetriebssysteme besitzen eingeschränkte Rechte und werden „deprivilegiert“ ausgeführt.
 
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* Hoher Aufwand durch häufiges Abfangen und Emulieren privilegierter Operationen.
 
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= Modernes Privilegienmodell (VT-x/AMD-V) =
 
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== Historisches Modell (Protected Mode) ==
 
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* Vier Schutzringe (Ringe 0 bis 3).
 
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* Betriebssystem läuft auf Ring 0 (höchste Privilegien).
 
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* Anwendungen laufen auf Ring 3 (geringste Privilegien).
 
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* Ring 1 und 2 kaum genutzt.
 
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== Aktuelles VT-x/AMD-V-Modell ==
 
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* Spezielle Prozessorerweiterungen bieten zwei neue Betriebsmodi:
 
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** '''VMX Root-Modus''' („Ring -1“): Der Hypervisor besitzt absolute Kontrolle über Hardware.
 
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** '''VMX Non-Root-Modus''' („virtueller Ring 0“): Gastbetriebssystem läuft scheinbar auf höchster Ebene, tatsächlich jedoch eingeschränkt.
 
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* Anwendungen innerhalb der VM weiterhin auf Ring 3.
 
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* Weniger Emulation nötig, deutlich höhere Leistung als rein softwarebasierte Methoden.
 
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= Hardwareerweiterungen =
 
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== Intel VT-x ==
 
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* Codename „Vanderpool“.
 
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* Hardware-unterstütztes „Trap-and-Emulate“-Verfahren.
 
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* Beschleunigung der Virtualisierung durch direkte Prozessorunterstützung.
 
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== AMD-V ==
 
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* Codename „Pacifica“.
 
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* Hardwarebasierte Unterstützung für effiziente Virtualisierung.
 
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* Vergleichbare Funktionsweise zu VT-x.
 
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= Praxis-Beispiele =
 
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* [[KVM]] (Kernel-based Virtual Machine, Linux)
 
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* VMware vSphere (ESXi)
 
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* Microsoft Hyper-V
 
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* Citrix XenServer
 
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= Weiterführende Informationen =
 
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* [https://tuxthink.blogspot.com/2011/12/kvm-introduction.html Einführung in KVM (tuxthink)]
 
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* [https://wiki.archlinux.org/title/KVM Arch Linux KVM Wiki]
 

Aktuelle Version vom 11. Oktober 2026, 12:00 Uhr

Was ist x86-Virtualisierung?

  • Techniken, um mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einem x86-Prozessor auszuführen.
  • Ein Hypervisor verteilt die physischen Ressourcen effizient und isoliert an die VMs.
  • Ziel: Das Gastbetriebssystem merkt keinen Unterschied zwischen virtueller und physischer Hardware.

Das Problem: Schutzringe

  • x86-Prozessoren kennen vier Schutzringe (Ring 0–3).
    • Das Betriebssystem läuft in Ring 0 und darf alles.
    • Anwendungen laufen in Ring 3 und dürfen wenig.
    • Ring 1 und 2 werden praktisch nicht genutzt.
  • Ein Gast-Kernel erwartet ebenfalls Ring 0. Den belegt aber schon der Host bzw. der Hypervisor.

Früher: Software-Virtualisierung (vor ca. 2006)

  • Keine Unterstützung durch den Prozessor.
  • Der Gast-Kernel läuft deprivilegiert, z. B. in Ring 1.
  • Der Hypervisor muss kritische Befehle abfangen und per Software nachbilden (Binary Translation, z. B. frühes VMware) oder der Gast-Kernel wird angepasst (Paravirtualisierung, z. B. frühes Xen).
  • Nachteil: hoher Overhead durch häufiges Abfangen.
  • Nicht verwechseln mit Emulation: Gast und Host haben hier dieselbe Plattform, die CPU wird nicht nachgebaut.

Heute: Hardware-Virtualisierung mit VT-x / AMD-V

  • Der Prozessor bekommt zwei Betriebsmodi:
    • VMX Root Mode („Ring -1“): Hier läuft der Hypervisor mit voller Kontrolle über die Hardware.
    • VMX Non-Root Mode: Hier laufen die VMs. Das ist der „Gastmodus“.
  • Innerhalb jedes Modus gibt es wieder die Ringe 0–3:
    • Das Gastbetriebssystem läuft in seinem eigenen Ring 0, die Anwendungen in Ring 3.
    • Der Gast muss dafür nicht angepasst werden.
  • Kritische Operationen im Non-Root Mode lösen automatisch einen Wechsel zum Hypervisor aus.

Ablauf: VM-Entry und VM-Exit

  • VM-Entry: Der Hypervisor wechselt in die VM (Root → Non-Root). Ab jetzt rechnet der Gast direkt auf der CPU.
  • VM-Exit: Bei privilegierten Befehlen oder Gerätezugriffen springt die CPU automatisch zurück zum Hypervisor (Non-Root → Root).
  • Der Hypervisor erledigt die Aufgabe und startet die VM mit dem nächsten VM-Entry wieder.
  • VMCS (Virtual Machine Control Structure): Pro VM speichert die CPU deren Zustand (Register, Speicherverwaltung) und den Zustand des Hypervisors. Dadurch geht der Wechsel schnell.
  • Speicher und I/O: Der Hypervisor trennt den Speicher der VMs voneinander. Mit EPT (Intel) bzw. NPT (AMD) übersetzt die CPU auch die Speicheradressen der VM selbst. Gerätezugriffe werden emuliert (z. B. durch QEMU) oder an echte Geräte weitergereicht.
Am Beispiel KVM
  • KVM ist der Hypervisor im VMX Root Mode, die VM läuft im Non-Root Mode.
  • QEMU emuliert die Geräte der VM. Gerätezugriffe landen per VM-Exit bei KVM und werden an QEMU weitergegeben.

Hardwareerweiterungen

  • Intel VT-x: CPU-Flag vmx
  • AMD-V (auch SVM): CPU-Flag svm
  • Beide arbeiten nach demselben Prinzip.
grep -m1 -owE 'vmx|svm' /proc/cpuinfo
  • Keine Ausgabe = im BIOS/UEFI abgeschaltet oder nicht vorhanden.

Praxis-Beispiele

  • KVM (Kernel-based Virtual Machine, Linux)
  • VMware vSphere (ESXi)
  • Microsoft Hyper-V
  • Citrix XenServer

Weiterführende Informationen

Präsentation